30.06.2022 Deutsche Trial Meisterschaft in Frammersbach Rennbericht von Jonathan Heidel

Am 25. – 26.06.2022 fanden die ersten beiden Läufe zur Deutschen Meisterschaft in Frammersbach statt.

Am Freitagnachmittag gegen halb vier machten wir uns auf den Weg ins 290 Kilometer entfernte Frammersbach. Abends als wir ankamen machten wir direkt noch die Anmeldung. Wie auch schon im letzten Jahr starte ich wieder in der höchsten Klasse, die es in Deutschland gibt, der Klasse 1. Nachdem ich die Meisterschaft letztes Jahr auf dem 4. Platz beendet hatte, ist mein Ziel ganz klar für diese Saison, dass natürlich zu toppen, was auf jeden Fall kein einfacher Weg sein wird. Aber natürlich werde ich alles geben und die Saison ist mit 11 Läufen dieses Jahr zudem sehr lang.

Am Samstag war nicht nur Wettkampftag, sondern auch mein 18. Geburtstag. Nach einem Geburtstaglied von meiner Familie und ein paar Freunden war ich dann auch gleich wach.
Morgens mussten wir noch die Technische Abnahme machen, weil diese am Freitag, als wir ankamen, schon zu hatte. Das war aber kein Problem und schnell gemacht.
Das Gelände in Frammersbach besteht zum größten Teil aus künstlich angelegten Sektion mit vielen großen Steinen und Baumstämmen. Außerdem gab es zwei Außensektionen, die an einem steilen Waldhang lagen und die durch den sandigen Boden dort sehr rutschig waren. Da wir schon oft in Frammersbach beim Training und auch schon bei der Deutschen Meisterschaft 2017 und 2019 waren, wussten wir schon, was auf uns zukommt.
Dieses Mal gab es 15 Sektionen, die man zwei Mal durchfahren musste. Dafür hatte man 5 ½ Stunden Fahrzeit. Anders wie bei der WM gibt es bei der Deutschen Meisterschaft keine Zeitlimits für die erste und zweite Runde.

Der Wettkampf an diesem Tag startete für mich um 10:57 Uhr, als einer der letzten Fahrer, weil der letzte um 11 Uhr startete. Die Startzeit war sehr gut, denn so konnte ich viele Fahrer der Klasse 1 in den ersten Sektionen vor mir sehen. Ich startete mit einer 1 zwar nicht ganz gut in den Tag, aber ich fühlte mich sehr gut und es ging auch gut weiter. Die Sektionen waren alle schwer und es gab überall eine Stelle, an der man sehr schnell eine 5 machen konnte. Dadurch, dass ich viele Fahrer immer vor mir sah, die sehr gut unterwegs waren, merkte ich schnell, dass es auf jeden Fall wieder um jeden Fuß gehen wird und man sich nicht viel erlauben durfte. Die erste Runde lief dann eigentlich bis auf vier Fünfer ganz gut und ich kam mit 25 Punkten raus. Beim Wechseln der Rundenkarten schaute ich auf die Zwischenergebnisse, und ich sah, dass ich ganz gut dabei war. Das hieß: in der zweiten Runde nochmal alles geben. Die Runde lief bis in Sektion 11 perfekt, denn bis dahin hatte ich nur 5 Punkte. In Sektion 11 bekam ich dann eine 5 weil ich die 90 Sekunden überschritten hatte. Da es eigentlich eine sehr leichte Sektion war, taten die Strafpunkte natürlich weh.

Sehr niedergeschlagen ging ich in die nächste Sektion. Mein Minder und meine Mutter redeten mir gut zu und dann ging es weiter. Es lief wieder gut und als ich an die letzte Sektion kam merkte ich schon, dass viele Leute warteten, bis ich fuhr. Ich vermutete schon, dass die Punkte sehr eng waren und dass es wahrscheinlich um eine gute Platzierung gehen würde. Ich fuhr also und kam mit 0 Strafpunkten durch. Die Runde beendete ich mit 15 Strafpunkten und ich hatte somit 40 insgesamt. Meine Mutter sagte mir auch gleich, dass ich auf dem 3. Platz war. Das war natürlich ein zusätzliches Geburtstagsgeschenk und ich freute mich sehr darüber.

Umso motivierter startete ich am Sonntag um 10:00 Uhr als letzter Fahrer in den Wettkampf. Die 15 Sektionen wurden zum Teil verändert und einzelne wurden ausgewechselt. Die erste Runde lief gleich sehr gut und ich fand schnell meinen Rhythmus. Mit nur 12 Punkten legte ich eine sehr gute Runde hin, und ich stand auf dem 3. Platz. Die zweite Runde startete auch wieder sehr gut, nur gegen Mitte der Runde verlor ich dann etwas die Konzentration. Erst fuhr ich einen Pfeil ab und hatte dann einen Sturz. Ich probierte mich dann wieder zusammenzureißen, was mir auch weitestgehend gelungen ist. Die Runde beendete ich dann mit 28. Strafpunkten, wodurch ich am Ende wieder auf 40 insgesamt kam. Mit nur 4 Punkten Abstand zum 3. Platzierten landete ich auf dem 4. Platz.
Mit dem Ergebnis bin ich schon auch zufrieden, aber es hat mich schon etwas geärgert, dass ich so knapp das Podium verpasst hatte.

Mit dem Auftakt bin ich sehr zufrieden und es hat mir auf jeden Fall gezeigt, dass ich durchaus in der Lage bin in die Top 3 zu fahren, was ja auch mein Ziel ist. So kann ich mit mehr Selbstvertrauen in Runde 3 und 4 zur Deutschen Meisterschaft am 16.-17. Juli in meinem Heimgelände in Amtzell an den Start gehen.

Davor ist aber noch ein anderes Highlight, nämlich die Weltmeisterschaft in Deutschland, bei meinem Team in Neunkirchen am 9.-10 Juli. Ich freue mich schon sehr bei meinem ersten WM-Lauf in Deutschland, hoffentlich vor bekanntem Publikum, an den Start zu gehen.

Vielen Dank an meinen Minder Andy, der mich wie immer perfekt unterstützt und betreut hat.

Amtzell, den 30. Juni 2022
Gruß Joni