01.09.2021 Jonathan Heidel gibt Gas beim letzten Lauf der Trial125 Weltmeisterschaft 2021 Bericht von Joni Heidel

Am 29.08.21 fand der letzte Lauf zur Trial125 Weltmeisterschaft 2021 in Cahors in Frankreich statt. Leider wurden die letzten beiden Läufe, welche ursprünglich am 9.10 und 10.10.21 in England stattgefunden hätten, abgesagt.

Nach dem WM-Wochenende in Andorra nutzten wir die Gelegenheit und trainierten noch drei weitere Tage, mit anderen Fahrern aus dem Team, dort. Anschließend machten wir noch einen Zwischenstopp im Pasquet Offroad Center, wo wir immer wieder bekannte Fahrer trafen.

Am Freitag bereiteten wir dann die Mopeds wieder für den WM-Lauf vor und machten uns auf den ca. 320 Kilometer weiten Weg nach Cahors.
Da in Frankreich nur ein Lauf ausgetragen wird, fanden die Anmeldung, die Technische Abnahme, das freie Training und die Sektionsbesichtigung erst am Samstag statt.
So war auch das Fahrerlager erst am Samstagvormittag für die Fahrer geöffnet. Auf einem kleinen Parkplatz, in der Nähe des eigentlichen Fahrerlagers, verbrachten wir mit vielen anderen Fahrern die Nacht. Um halb neun am Samstag war es dann so weit. Alle Wohnmobile und Autos wurden ins Fahrerlager eingewiesen. Mit einem mittlerweile routinierten Ablauf bauten wir alles auf und ich konnte mich pünktlich um 11.30 Uhr mit meinem Minder Andy auf den Weg zur Anmeldung bei der Start- und Zieltribüne machen, welche in unmittelbare Nähe auf dem Fahrerlagerplatz war.

Bei der Technischen Abnahme wurde mein Moped sowohl gewogen, als auch eine Lautstärkenmessung durchgeführt.

Ab 12.30 Uhr war das freie Training eröffnet. Dafür gab es nur einen kleinen Platz am Rande des Fahrerlagers, mit mehreren Steinen, die extra dafür hingelegt wurden. Viel zum Fahren kam man allerdings nicht, da der Platz für die vielen Fahrer sehr begrenzt war. Schließlich machten wir uns auf zur Sektionsbesichtigung. Da die Sektionen auf einem 4 Kilometer langen Rundkurs in der Stadt Cahors aufgebaut waren, durfte man noch nicht mit dem Motorrad fahren. Wir stiegen also auf unsere Fahrräder und radelten zu den Sektionen 1 - 4, welche am Fuße eines steinbruchartigen Hanges lagen. Sechs weitere Sektionen waren auf zwei Plätze am Fluss Lot verteilt. Mit verschiedenen Steinen wurden extra für den Wettbewerb künstliche Sektionen angelegt. Die letzten beiden Sektionen wurden, während wir unterwegs waren, aus den Hindernissen im Trainingsgelände gebaut.
Nach dem letzten Motorrad-Check und dem anschließenden Abendessen fand eine Trial-, Trialfahrrad- und Freestyle Motocross-Show auf dem Marktplatz von Cahors statt.

Nun war es so weit. Der 5. und somit der letzte Wettkampftag hatte begonnen. Ich startete um 10:33:00 Uhr in die erste Runde mit 12 Sektionen, für die ich 2 ½ Stunden Zeit hatte. Ich startete etwas nervös in den Wettkampf, denn gerade bei den künstlich angelegten Sektionen mit hohen Hindernissen muss bei Nonstop alles passen oder es kann schnell eine Fünf passieren. Da alle Sektionen fahrbar erschienen, war klar, dass wieder jeder Fehlerpunkt mehrere Plätze kosten kann.

Mit einem Fehlerpunkt konnte ich die erste Sektion beenden. Bis zur Sektion 6 lief es dann auch ganz gut und ich war in meinem Rhythmus drin. In der 6. Sektion gab ich an einer rutschigen Steinplatte zu wenig Gas, hatte dann nicht genügend Schwung um das Vorderrad oben zu behalten und flog anschließend über den Lenker. Ich schaffte es aber mich gleich wieder neu zu sammeln, weshalb es bis zur letzten Sektion wieder sehr gut lief. In der letzten Sektion gab es eine knifflige Dreifachstufe. Weil ich kurz hing, bekam ich leider eine Nonstop 5, welche mich mehrere Plätze zurückwarf. Insgesamt hatte ich 14 Strafpunkte.
Da wir in der ersten Runde sehr schnell waren, hatten wir vor der 2. Runde eine einstündige Pause. Um 13:33:00 Uhr ging es für uns dann in die letzte Runde für die wir 2 Stunden Zeit hatten. Ich startete wieder sehr gut und ich konnte die Fehler in Sektion 6 und 12 vermeiden. Schlussendlich kam ich in dieser Runde auf 10 Strafpunkte, was insgesamt 24 Punkte machte.
Am Ende landete ich auf dem 6. Platz von 27 Startern. In der Gesamtwertung reihte ich mich auf dem 10. Platz ein.

Über die Ergebnisse bin ich schon etwas enttäuscht, weil ich mir eigentlich mehr vorgenommen hatte, aber irgendwie war einfach nicht mehr drin. Das Fahrerfeld ist so stark, da darf man sich einfach keine Fehler erlauben.
Vielen Dank an meinen Minder Andy und an mein Team für die super Unterstützung.

Jetzt werde ich mich wieder auf meine 300er Maschine umstellen, den nächste Woche geht es mit den Läufen 4 und 5 zur Deutschen Meisterschaft in Großheubach weiter.

Amtzell, den 30. August 2021